Lungenentzündung

Eine Lungenentzündung ist bei jedem Tier eine sehr ernste Sache, beim Irischen Wolfshund ist sie immer als lebensgefährlich einzustufen.
Nicht nur in Verbindung mit der Erbkrankheit PCD scheinen einige Irische Wolfshunde zu immer wieder kehrenden Lungenentzündungen zu neigen, bis sie letztendlich daran versterben.
Lange Zeit stand man diesem Teufelskreis hilflos gegenüber und hoffte mit jeder Behandlung, dass es dieses Mal überstanden sei.

Seit einigen Jahren hat man aber sehr gute Erfolge mit Ausnahmeantibiotika aus der Humanmedizin gemacht und so eine Möglichkeit gefunden bei einigen wenigen Tieren diesen Teufelskreis der immer wiederkehrenden Lungenentzündung zu unterbrechen.

Generell sollte man jede Atemwegserkrankung beim Irischen Wolfshund sehr ernst nehmen und den Hund sofort einem Tierarzt vorstellen.
Der typische Verlauf einer Lungenentzündung ist oft, dass der Hund seit einiger Zeit etwas lustlos und schlapp erscheint, aber eigentlich keinen kranken Eindruck macht. Oft ist es so, dass der Besitzer einfach ein “komisches Gefühl” hat.
Ohne weitere Vorwarnung kann es dann plötzlich zu schwersten Atemnotsymptomen kommen. Die Hunde ächzen oder brummen beim Atmen, haben weite Nasenflügel, eine hohe Atemfrequenz, halten oft den Hals horizontal zum Körper und den Kopf weit von sich gestreckt.
Sie weigern sich den Kopf abzulegen und versuchen ihn, auch im größten Ermüdungszustand, hoch zu halten.

Fieber kann, aber muss nicht auftreten.
Oft werden diese Symptome zunächst für eine Magen-/Darmproblematik gehalten, oder auch für eine Aufgasung des Magens oder gar drohende Magendrehung, da erkrankte Hunde oft vor Anstrengung Erbrechen und/ oder beim angestrengten Luft ziehen viel Luft abschlucken.

In diesem Fall ist es lebensnotwendig entweder einen sehr (Wolfshund-) erfahrenen Tierarzt zu haben oder aber einen Tierarzt, der sie ernst nimmt.
Ein falscher Behandlungsansatz kann Ihren Hund das Leben kosten!

Bei einer Lungenentzündung dieser Art hat sich seit einigen Jahren die Behandlung mit Azithromycin, Schleimlöser, Inhalationen und Coupagen bewährt.

Azithromycin sollte in der Dosis 10 mg / KG 1x täglich für mindestens 5 Tage (besser 10) gegeben werden.

Coupagen sollten 2-3 mal täglich erfolgen:
Dabei wird beim auf der Seite liegenden Tier, mit der leicht hohlen Hand, mit mittlerer Stärke auf den Brustkorb geklopft, um so Schleim aus den Tiefen der Lunge zu lösen und den Abtransport zu erleichtern.

Danach sollte das Tier einige wenige Schritte bewegt werden, um das Abhusten zu erleichtern.

Kann man innerhalb der ersten 5 Tage dieser Behandlung keine Besserung feststellen, muss das Tier in einer internistisch gut ausgestatteten Klinik vorgestellt werden.

Weiterhin wollte ich betroffene Hundebesitzer auf die laufenden Studien zur Lungenentzündung aufmerksam machen.

Bei Fragen oder in dringenden Fällen melden Sie sich bitte bei mir in der Praxis.