Gesundheit

Der Irische Wolfshund ist eine gesundheitlich belastete Rasse. Tiermedizinische Statistiken, die besagen, dass ein Rüde im Durchschnitt 5,2 und eine Hündin im Durchschnitt 5,8 Jahre werden, unterstreichen diesen Zustand noch.

Viele Züchter schimpfen und verteufeln diese Statistiken, jedoch wird es plötzlich ganz still, wenn man mal fragt, wie alt denn “ihre” Hunde werden und was für Erkrankungen sie denn haben…

Natürlich sind diese fünf Jahre ein Durchschnittswert in den eben auch die Hunde einfliessen, die nicht mal ein Jahr alt geworden sind, und der Mittelwert aus einem 10 jährig verstorbenen und einem 0,5 jährig verstorbenen Hund sind 5,2.
Allerdings fällt trotzdem auf, wie wenig wirklich alte Wolfshunde es gibt.

Leiden wie DCM, Knochenkrebs und PCD/Lungenentzündung sind unverhältnismäßig oft Todesursachen. Zumindest die DCM und die PCD sind erbliche Probleme, der Knochenkrebs wird mindestens durch die extreme Größe der Wolfshunde bedingt, die natürlich ebenfalls erblich ist.

Als Liebhaberin dieser Rasse und als Tierärztin machte ich mir natürlich Gedanken wie man den genetischen Teufelskreis durchbrechen kann und kam zu dem Schluss, dass eine Zucht mit jungen Hunden wenig Sinn macht. Ein Rüde der mit 2 Jahren zum Einsatz kommt kann vor der Entdeckung einer DCM bereits sehr viele Würfe gezeugt haben. Ist dieser Rüde dann z.B. im Alter von 4 Jahren an einer DCM erkrankt, kann man nun mal die Welpen nicht wieder ungeschehen machen und durch den erblichen Charakter dieser Erkrankung werden auch die Welpen dieses Rüden ein gesundheitliches Risiko haben.
Ein ähnliches Szenario gilt für die Zucht mit jungen Hündinnen, nur dass diese naturgemäß weniger Nachkommen produzieren.
Hinzu kommt, dass eine Erkrankung von den meisten Züchtern nicht publik gemacht wird, sei es, weil man die Linie nicht in ein schlechtes Licht rücken will, sei es, weil man fürchtet, so keine Welpen mehr verkaufen zu können. So kommt es, dass ein nur zweijähriger Nachkomme eines unbekannt erkrankten Elternteiles wiederum in der Zucht eingesetzt werden kann und so die kranken Gene weiter in der Wolfshund Population verankert werden, ohne, dass man davon etwas wüsste.

Mein Weg ist es, mit “alten” Elterntieren, die bereits eine gewisse Langlebigkeit bewiesen haben, zu züchten und somit dem Ziel eines langlebigeren Irischen Wolfshundes näher zu Rücken.

Natürlich lege ich ebenso wie jeder andere Züchter einen Wert auf Charakter und Schönheit, allerdings sind mir die Gesundheit und die Charakterfestigkeit am wichtigsten.

Sind “meine” Welpen erfolgreich auf der Ausstellung und auf der Rennbahn freut mich das natürlich sehr, jedoch würden mich12, 13, 14 jährige gesunde Hunde noch mehr freuen.
Mir ist durchaus bewusst, dass ich nicht die erste bin, die sich auf diese “Mission Impossible” begibt, auch weiß ich, dass ich genauso wenig wie jeder andere Züchter die “Spezial-Genetik Brille” und die “Ultraschall-Zauberfinger” besitze. Ich kann mir lediglich vornehmen mein medizinisches Wissen für die Zucht zu nutzen und Risiken nicht billigend in Kauf zu nehmen, sondern bewusst zu umgehen und nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln.
Mein größter Wunsch ist es, dass irgendwann einmal ein gesunder 10 oder 11-jähriger Wolfshund etwas selbstverständliches ist und die momentane Situation, in der wir uns schon über einen 6- oder 7- jährigen Hund freuen nur noch eine böse Erinnerung sein wird.

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Die Links zu den Krankheiten habe ich sehr bewusst mit aufgenommen, da ich nicht wie einige andere Züchter die Probleme der Rasse totschweigen kann und will. Die Beschreibungen sollen vor einem Irischen Wolfshund nicht abschrecken, sondern lediglich aufzeigen, dass es dieses oder jenes gibt und dass so ein Hund sehr bewusst ausgesucht werden sollte. Jede Hunderasse hat ihre ganz eigenen Probleme. Für mich persönlich ist der Irische Wolfshund dennoch die Rasse der ich mein Herz geschenkt habe und von der ich überzeugt bin. Längst nicht jeder Hund hat oder bekommt eine von diesen Erkrankungen, jedoch sind sie häufig genug, dass man darüber informieren und daran arbeiten sollte.

Auch sollen diese Seiten als Hilfestellung dienen, da sehr viele Besitzer mit einem kranken Hund plötzlich völlig alleine da stehen und erstmal nicht weiterwissen.