Ängstlichkeit

Ich kann nur immer wieder betonen, Irische Wolfshunde sind letztendlich ganz normale Hunde.

Auch in dieser Rasse gibt es ruhigere und temperamentvollere Individuen, mutigere und auch unsichere Hunde.

Ebenso wie bei jedem anderen Hund spielen vor allem Sozialisierung und Prägung in den ersten Lebensmonaten eine große Rolle, wenn es darum geht dem Hund Gelassenheit, Frustrationstoleranz und Selbstsicherheit auf seinen Lebensweg mitzugeben.

Erfahrungen und Erziehung, besonders in den ersten 4 Lebensmonaten legen hier den Grundstein.
Dennoch gibt es durchaus Hinweise, dass bei bestimmten Charaktereigenschaften auch genetische Aspekte eine Rolle spielen.

Bei ängstlichen Wolfshunden scheint es zunächst einfach nur eine Charaktereigenschaft von vielen zu sein, doch kommen beim Irischen Wolfshund immer wieder Tiere vor, die so ängstlich und unsicher sind, unabhängig von ihrer Sozialisierung und Prägung, dass es zu massiven Einschränkungen im Leben des Hundes und des Besitzers führt. Diese Tiere ertragen keine Veränderung ihrer Umgebung, leben unter konstantem Stress und sind oft mehr Belastung als Freude für ihre jeweiligen Besitzer (und letztendlich auch für sich selbst).

Leider erkennt ein Laie den Unterschied zwischen einem hochgradig-ängstlichen und einem schüchternen Welpen erst in ungewohnter Umgebung oder Situation.
Bei der Auswahl ihres Welpen sollten Sie durchaus nicht nur ein Mal beim Züchter vorbei sehen, sondern im besten Fall mehrere Termine ausmachen. Kennt Sie der Welpe schon ein wenig, versuchen Sie Zeit mit Ihrem Welpen ohne seine Geschwister zu verbringen.
Auch das ist leider keine Garantie dafür, dass Sie charakterliche Schwächen sofort erkennen, jedoch bekommt man vielleicht hier und da einen Eindruck davon, wie der Welpe veranlagt ist.

Gute Welpenschulen, frühes Trainieren von Alltagssituationen und entsprechende Hilfestellung können zwar einen ängstlichen Hund nicht vollkommen umprogrammieren, jedoch können sie eine lebbare Situation für Hund und Besitzer ermöglichen.